Am Freitag, 8. April 2022 zeigen wir ab 19.00 Uhr im Stadtteilzentrum zwei Dokumentarfilme: "Schmuck als Ornament und Skulptur" (2020) porträtiert die Hallenser Schmuckkünstlerin Dorothea Prühl und der Film "Metaller" (2016) den auf Rügen lebenden Künstler Helmut Senf (Plastik, Emaille, Malerei). Beide lehrten an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle. Autor und Regisseur der Filme ist unser Nachbar Prof. Jochen Wisotzki, er steht anschließend zum Gespräch zur Verfügung.

DOROTHEA PRÜHL – Schmuck als Ornament und Skulptur

45 min. 16:9, HD, 2020/21, Buch, Kamera, Montage, Regie: Jochen Wisotzki, O-Ton: Andrea Wippermann, Mischton: Christian Ulrich

Schmuckkünstlerin Dorothea Prühl bei der Arbeit. Filmausschnitt: Jochen Wisotzki Filmproduktion 2020

"Der Film porträtiert die Hallenser Schmuckkünstlerin Dorothea Prühl, Kunstpreisträgerin des Landes Sachsen-Anhalt 2020. Die New York Times nannte sie 2018 im Zusammenhang mit einer Würdigung der sie vertretenden niederländischen Galerie MARZEE deren „top seller“: eine sehr bekannte Künstlerin, für deren Arbeiten mehrere Tausend Euro pro Stück hingelegt werden müssen.

Der Film begleitet die heute 82-Jährige an ihren Arbeits- und Lebensorten in Halle (Sachsen-Anhalt) und Augustenberg (Mecklenburg-Vorpommern) sowie zu einer Ausstellung ihrer Arbeiten in Europas größter Schmuckgalerie im niederländischen Nimwegen.

In Gesprächen und Beobachtungen gibt der Film Auskunft über ihre künstlerische Haltung und ihren Werdegang. Parallel dazu werden einige ihrer wichtigsten Arbeiten vorgestellt und von ihr persönlich kommentiert. Der Zuschauer erhält damit die Möglichkeit, Einblick in die eher unbekannte Welt des „Autorenschmucks“ und dessen Intentionen zu nehmen. Nicht zuletzt aber ist es das Porträt einer selbstbewussten starken Frau, die individuellen künstlerischen Anspruch und Bodenhaftung im Alltag mit ansteckend heiterer Gelassenheit verbindet."  (J. W.)

METALLER – ein Film über Helmut Senf mit Bob Rutman am steel chello

D 2016, 34 min. Regie, Kamera: Jochen Wisotzki, Ton: Andrea Wippermann, Montage: Silvia Kauffeldt

Metallkünstler Helmut Senf bei der Arbeit. Filmausschnitt Jochen Wisotzki 2016

Der Film nimmt eine Ausstellung zum 80. Geburtstag des auf Rügen lebenden Künstlers Helmut Senf zum Anlass, ihn zu porträtieren und verbindet dessen Arbeiten mit Aufnahmen eines Konzerts des etwa gleichaltrigen Berliner Künstlers und Musikers Bob Rutman.

Helmut Senf (geb.1933) war nach einer Lehre als Dekorationsmaler und einem Studium am Institut für Künstlerische Werkgestaltung Halle an der Burg Giebichenstein zunächst vor allem als Emailleur und Metallgestalter tätig. Viele Jahre wirkte er als Lehrer an der späteren Kunsthochschule Halle Burg Giebichenstein. In dieser Zeit wandte er sich auch der Malerei zu. Helmut Senf gehörte zu den wenigen „Konkreten“ in der DDR und fand Anerkennung vor allem nach 1989 für seine Großplastiken, die heute Plätze in mehreren Städten Deutschlands prägen.

Auf der Suche nach einem musikalischen Pendant zu den Arbeiten Helmut Senfs für die Gestaltung des Filmes  griff Jochen Wisotzki auf eigene Aufnahmen eines Konzerts des Berliner Künstlers und Musikers Bob Rutman zurück, der durch skurril-filigrane Kleinplastik und Grafik bekannt wurde, vor allem aber durch seine Erfindung des steel chellos und virtuose Performances mit diesem Instrument.

Bob Rutman am steel Chello. Filmausschnitt Jochen Wisotzki 2016

Bob Rutman (1931-2021) begann seine Künstlerkarriere in den USA und gilt als einer der Pioniere der Multimedia-Performance, als der er unter anderen gemeinsam mit den „Einstürzenden Neubauten“ auftrat.

Obwohl sie einander nie begegneten, verbindet der Film Eindrücke der künstlerischen Arbeit beider "METALLER" zu einem anregenden Dialog visuellen und akustischen Erlebens.

Autor und Regisseur Prof. Jochen Wisotzki